Ihr Text: |
Lieber Maran,
ich habe mir Deine Seiten durchgelesen (was schon fast eine Wochenaufgabe ist) und finde sie und Deine Ansichten zu den Themen einfach nur genial. Ich sollte noch erwähnen, dass ich seit Jahren als Dipl.-Psychologin mit eigener Praxis in Ulm tätig bin.
Ich finde Deine Weltanschauungen sehr interessant - und passend!
Der christlichen Kirche kann ich seit längerem nur wenig abgewinnen (obwohl - oder aus dem Grund - sehr streng katholisch erzogen). Alles was dort in Frage gestellt wird, ist SOFORT Gotteslästerei oder ein Werk des Teufels. Weil einfach die logischen Argumente fehlen. Mehr nicht. Nur nichts in Frage stellen - man könnte auf unbequeme Antworten stoßen. Die Bibel beginnt mit Adam und Eva. Unterdrückung der Frau. Und was doch gleich mit den Neandertalern und anderen Vor-Menschen? Waren die mit im Paradies?
Christliche Priester, die (im Mittelalter) zu liessen, daß Frauen, Männer, sogar Kinder qualvoll als "Hexen" gefoltert wurden waren SELBST ein Werk des Teufels, den die Christen sich selbst geschaffen haben. Das hast Du richtig beschrieben.
Nur hat das Christentum als Institution das so nie eingesehen. Bis heute nicht. Da ist nichts von menschlicher Wärme und Nächstenliebe zu spüren, wenn Du "etwas" vom geforderten (!!) Weg abweichst. Wo bleibt die gepriesene Toleranz Jesu? Ich finde Deine tolerante Einstellung zu Religionen bewundernswert.
Die christliche Kirche hat sich immer mit Feuer und Schwert durchgesetzt. Denke mal an die blutigen Kreuzzüge und Bekehrungsvesuche .... im Namen des Herrn. Du hast richtig geschrieben, daß Religionenen IMMER von Menschen gemacht werden, nicht von Gottheiten!! Im Alten Testament steht "Auge um Auge um Auge, Zahn um Zahn. Dann gibt es paradoxerweise ein Gebot "Du sollst nicht töten". Die Bibel widerspricht sich oft und ständig selbst. Kluge Theologen versuchen das durch ausgesuchte Interpretationen "zu retten". Aber der moderne Mensch ist doch nicht blöd.
Im Buch Mose, Kapitel 20, Vers 6 steht: "Gegen einen, der sich an Totenbeschwörung und Wahrsager wendet und sich mit ihnen abgibt, richte ich mein Angesicht und ROTTE IHN AUS SEINEN VOLKE AUS."
Also TÖTEN, AUSROTTEN! Wie war das mit der Nächstenliebe in der gleichen Bibel? MIt dem Gebot "DU SOLLST NICHT TÖTEN"?Jesus predigte im Neuen Testament stets Nächstenliebe und Toleranz (auch anderen Religionen gegebüber). Wicca IST eine Religion! Eine Hexenreligion! Eine Naturreligion!
Für mich ist es kein Wunder, daß in Deutschland Kirchen geschlossen und abgerissen werden. Eine ganz normale Entwicklung, die weiter fortgeführt wird. Die Kirche (nicht der christliche Glaube) als Institution ist starr und verkrustet, die Anhänger schwinden genau aus dem Grund. Die Kirche lehr einen zürnenden Gott, der selbst Angst vor Machtverlust zu haben scheint: Wenn Du nicht .... dann .... Druck, Zwang, Bestrafung.
Wenn nicht auch Dialog mit Wicca-Anhängern (bin ich nicht, ich bin Christin mit eigenem Glauben) und anderen Glaubensrichtungen und Naturreligionen (nicht nur den großen Weltreligionen) gesucht wird. Der Mord an weise Frauen und Männer muß offen eingestanden werden. Bestialische Morde im Namen des Christentums.
DU SOLLST NICHT TÖTEN !!! Das Gebot der 10 höchsten Gebote der Bibel ist stärker, als jede Auslegung und sogenannte "Ausnahmen" (HExen, Abtrünnige und so), weil...
Ablaßhandel? Na klar. Kirche und Geld, ein Thema für sich.
Eine sehr gute Textstelle, die natürlich außerhalb der feministischen Theologie nie gelesen wurde, steht im ersten Buch Samuels, Kapitel 28, Verse 3 bis 25. Das heißt, selbst die mächtigen Könige Israels haben in großer Not manchmal genau bei den weisen alten Frauen Rat gesucht, die sie zuvor erbittert bekämpft haben.
Das waren alles alttestamentliche Stellen, im neuen Testament habe ich unter anderem folgende Stelle zum Thema Magie gefunden:
Apostelgeschichte Kapitel 19, Vers18 und 19:
„Und viele, die gläubig geworden waren, bekannten offen, was sie früher getan hatten. (19) Und nicht wenige, die Zauberei getrieben hatten, brachten ihre Zauberbücher herbei und verbrannten sie vor aller Augen. Man berechnete den Wert der Bücher auf 50.000 Silberdrachmen.“
Da hätte man doch gerne manche dieser Bücher gerettet, dachte ich, als ich das so las. Die Geschichte der Vernichtung magischen Wissens durch das aufstrebende Christentum scheint früh begonnen zu haben.... Aus Angst vor dem Machtverlust des damals noch jungen Christentums.
Na jedenfalls haben sich die Christen viele heidnische und magische Rituale (Weihrauch als Schutz) übernommen. Ostara = Ostern, Jul (22. Dezember, wo das Licht neu beginnt) mutierte zu Weihnachten und vieles mehr.
Lieber Maran, jetzt ist mein Eintrag doch sehr lang geworden. Ich habe mich einfach hinreißen lassen und Deine Seiten haben mich inspiriert. Ich hoffe, Du läßt ihn trotzdem drin. Mache nur weiter so! Zeige den Menschen die Nächstenliebe.
Grüße, Brigitte
Kommentar:
MARAN:
Liebe Brigitte,
auch ich finde deinen Beitrag sehr interessant und bedeutend. Er zeigt mir, das du dich mit der Thematik derReligionen (auch >CHristentum, dem Alten Weg, Naturregligionen) intensiv befasst hast.
Für mich persönlcih sind das Christentum, der Islam, der Buddhismus - selbst der Atheismus - Glaubensmodelle unter sehr vielen. Jeder Mensch sieht diese Welt mit seinen eigenen Augen.
Die biblischen Textstellen, die du zitiert hast, sind mir natürlich bekannt. Zum Thema theologische Toleranz habe ich schon viel gesagt und möchste das auch nicht hier an diese Stelle wiederholen. Dabei spreche ich nicht nur das Christentum an. Der Glaube ist immer GLAUBENSSACHE.
Egal was vor tausenden von Jahren gewesen ist. Jede einzelne Religion war irgendwann einmal neu und hatte mit Widersachern und sogar Gegnern zu kämpfen. In so fern ist es schwierig, wenn gern abfällig und sogar arrogant von neuen "Regigionen" gesprochen wird.
Was ich nicht mag, sind Sekten in jeder Form, denn diese wollen stets MISSIONIEREN. Das lehne ich strikt ab. Es gibt ebenso christliche Fundamentalisten (auch Sekten), wie in anderen Religionen, denen es an mehr ls nur Toleranz mangelt.
Ich habe den Dialog zu intelligenten (auch christlichen) Priestern finden können. Und Toleranz und Nächstenliebe sollte das oberste Ziel einer jeden Religion sein. So und ausschliesslich so sollte die Bibel vestanden werden - als Buch, welches Menschen die Nächstenliebe lehrt! Der historische Jesus (nicht, was die Kirche daraus gemacht hat) sprach gern in Gleichnissen. Und als solche (zum Thema positives Miteinander und Nächstenliebe) sollte die Bibel und andere Heilige Schriften auch verstanden werden.
Solche Sprüche wie "Eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen" (Altes Testament) spricht wirklich gegen die Bibel und deren Lehren der Liebe (Du sollst nciht töten) selbst. Im Namen der Kirche und des Christentums wurde dies aber im ausgehenden Mittelalter aller grausamst umgesetzt!!!
Ich war vor einiger Zeit in dem historischen "Gerichtsmuseum" in Rothenburg ob der Tauber. Dort waren grauenhafte Folterinstrumente ausgestellt. Gläubige Christen haben Menschen in siedendem Öl gesotten bis zum Tode! Anderen Hexen wurden Daumenschrauben angesetzt. Das bedeutet, bis zum (falschen) Geständnis (damit der Schmerz aufhört), wurden den Menschen die ersten Gliedmassen der Finger zerquetscht, bis der Knochen "mürbe" war und Blut ausspritze und viele andere Dinge mehr. Unvorstellbare Schmerzen - euinfach nur für Andersgläubige !!!
Das gedachte man also Naturheilerinnen (Hexen) zu, die anderen Menschen halfen und dabei vielleicht einmal an die falsche Person gerieten. Christentum? Nächstenliebe? Das waren ALLES gläubigste Christen, die dies und noch WESENTLICH Schlimmeres taten!!! Alles im Namen voin Christus un dem Herrn! Dolle Nummer! Pha!!!
"Gerädert" wurde jemand, bis er / sie (an einem Rad aufgezogen) KEINEN heilen Knochen mehr im Leibe hatte! Es sollte von den "Angeklagten" gesagt werden, dass sie / er mit dem Teufel Buhlschaft hatte. Was soll ein Mensch, dem sämtliche Knochen im Leib bei vollem Bewusstsein stückchenweise gebrochen wurde, aussagen, damit die Schmerzen aufhören? Einfach nur aufhören!
CHRISTENTUM !!! ABSOLUTION !!! ABLASSHANDEL !!! Unter Ablasshandel verstand man, dass sich jmand, der / die genügend Geld hatte, sich von "allen Sünden" FREI KAUFEN konnte. Es ist und war eschreckend, was Menschen des gleichen Kulturkreises mit Ihresgelichen getan haben. Das stellt eine absolute Ausnahme in der gesamten Weltgeschichte dar. Der Islam heiligt seine Mitglieder, im asiatsichen BEriech gelten ncoh heute die gleichen Gottheiten (und Hieler/innen), wie vor tausenden von Jahren. Die Asiaten haben ihre Heiler weiter ausgebaut (was auch heute in Europa beliebt ist = Joga, Feng Shui uvm.), ihr Wissen nicht einfach wegen eines (über)religiösen Wahns auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Als Hexen. Als Heiler. Als Weise.
Einmal so gesehen ist es gut, dass auch christlcihe Gläubige den Weg zu mir suchen (es werden stetig mehr!) und nicht umgekehrt! Das Christentum (vor allem) und andere etablierte Religionen müssen sich läutern, nicht die friedlichen Anhänger einer (für einige wiederentdeckten) Naturregligion.
Die göttliche Kraft ist schliesslich in allem. Und ncich nur ein einsamer alter Mann mit langem, weissem Rauschebart im Himmel. Was sollte dieser weisshaarige Gott "im Himmel" so allein für sich tun? Seiner eigenen Schaffensgeschichte "auf Erden" voyouristisch zuschauen? Undenkbar. Logisch und ethisch! Wenn Got also kein Gesicht hat, ist er die Natur selbst. In der Natur siegt gnadenlos der Stärkere. Keine Barmherzigkeit. Man beachte die Tiere der Wildnis. Der Stärkere gewinnt.
Wenn Gott den Menschen also "nach seinem Ebenbild erschaffen hat", ist er dann eher Mann oder Frau? Oder beides? Das Hexentum glaubt an eine Göttin UND den Gott, das duale System (männlich-weiblich, schwarz-weiss usw.) was die Asiaten mit Yin und Yang bezeichnen.
Wenn die Mehrheit der Menschen sich zu einem spirituellen Glaubensmodell entscheiden (bzw. früher mit Gewalt entschieden wurden), heisst das nicht automatisch, dass diese Mehrheit bei allem Recht hat.
Herzliche Grüsse, Maran
|